Die Gesundheitsversorgung der regionalen Bevölkerung ist ein elementarer Baustein für die Daseinsvorsorge unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, die lokale Gesundheitsversorgung fortlaufend zu verbessern und die bestehenden Strukturen zwischen den jeweiligen Behandlungspartnern zu optimieren.

Im Rahmen einer engen Kooperation haben sich die BARMER GEK, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und das Ärztenetzwerk MuM - Medizin und Mehr eG zusammengeschlossen, um dieses Ziel nachhaltig und unter qualitativen Gesichtspunkten zu stärken. Gemeinsam wurde ein neuartiges Versorgungsprojekt zur Weiterentwicklung der ambulanten Gesundheitsstrukturen in der Region Bünde, Kirchlengern und Rödinghausen erarbeitet.

Die Ergebnisse hieraus münden in einen Vertrag, der eine koordinierte Behandlung sowie die Vernetzung verschiedener Behandlungsebenen regelt. Denn nur durch einen koordinierten Behandlungsablauf lassen sich die Qualität der Behandlung erhöhen, Schnittstellen reduzieren, Wartezeiten verkürzen, die Medikamentenverordnung steuern und die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern (bspw. zwischen Haus- und Facharzt oder Arzt und Physiotherapeut) verbessern.

„Gewinner dieser strukturellen Verbesserungen ist eindeutig der Patient, welcher durch die Steuerung der Prozesse eine noch bessere Versorgung in Anspruch nehmen kann“, verrät Herr Dr. med. Albrecht Lang, Allgemeinmediziner und Vorstand von MuM.

„In diesem Projekt tauschen sich die beteiligten Ärzte über die aktuelle und weitere Behandlung des Patienten aus. Was wurde bisher gemacht, welche Medikamente wurden verschrieben? Das optimiert die Therapie, sodass zudem unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden können. Auch die Übergänge von der ambulanten in die stationäre oder rehabilitative Versorgung werden auf diese Weise besser koordiniert“, so Lang weiter.

Die BARMER GEK ist von den Vorteilen für ihre Versicherten überzeugt. „Gerade in ländlichen Regionen, wo die Wege mitunter lang sind, stärken Arztnetze die medizinische Versorgung. In Bünde, Kirchlengern und Rödinghausen profitieren unsere Versicherten konkret von dieser Art der Betreuung durch ihren behandlungsführenden Arzt. Zur verbesserten Versorgung tragen auch ein elektronisches Patienteninformationssystem und ein Wartezeitenmanagement für zeitnahe Termine beim Facharzt bei", sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in NRW. Teilnehmen können derzeit ausschließlich Versicherte der BARMER GEK, die bei einem Haus- oder Facharzt des Ärztenetzes MuM in Behandlung sind. Dafür ist eine für den Patienten kostenfreie Einschreibung in das Projekt notwendig, welche in allen Mitgliedspraxen von MuM vorgenommen werden kann. Die Patienten können bei Interesse ihren Arzt direkt auf die Teilnahme ansprechen.

„Der Abschluss dieses Vertrages ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von MuM und insbesondere, wie bereits dargelegt, ein wirkungsvoller Mehrwert für unsere Patienten!“ erklärt Dr. med. Hans-Jürgen Beckmann, niedergelassener Chirurg und Vorstand von MuM.

„MuM ist durch seine langjährige Erfahrung aus verschiedenen Versorgungsprojekten, wie bspw. dem Programm OPTI-MuM der ostwestfälischen Betriebskrankenkassen oder dem Pflegeheimprojekt, bei dem übrigens die BARMER GEK ebenfalls maßgeblich beteiligt ist, gut aufgestellt. Nicht jedes Netz kann solche Projekte auch bedienen. Nur wenn man als ärztliche Gemeinschaft gefestigte Strukturen aufweisen kann, ist man auch in der Lage, die Prozesse dahingehend zu steuern und als verlässlicher Kooperationspartner zu fungieren.“

„Wie jedes neu entwickelte Versorgungsprojekt ist auch dieses ein lernendes System, welches einige Zeit der Umsetzung in Anspruch nimmt. Strukturen die über Jahrzehnte in der Versorgungslandschaft anders gelebt wurden, lassen sich von beiden Seiten, sprich von Kostenträgern und Leistungserbringern, nicht über Nacht verändern. In der Region Bünde leiten wir mit dem Start dieses Projekts jedoch den Veränderungsprozess zum Wohle der regionalen Bevölkerung ein“, so Beckmann weiter. Dementsprechend ist auch die sukzessive Erweiterung des Projektes auf andere Krankenkassen von den Initiatoren ausdrücklich gewünscht.

„Bundesweit einzigartig an diesem Projekt ist auch die Erfolgsmessung, welche über ein spezielles Kennzahlensystem (BrAVo – Benchmarking regionale Arztnetz-Versorgung) sichergestellt wird“ so der Gesundheitsökonom und MuM-Geschäftsführer Jens Gabriel. Das System basiert auf den gesetzlich definierten Leistungs- und Abrechnungsdaten der BARMER GEK. Anhand definierter medizinischer Indikatoren kann dabei eine Gruppe von Netzärzten mit anderen Ärzten (welche nicht in Netzstrukturen organisiert sind) sowohl innerhalb derselben Region als auch bspw. aus anderen Arztnetzregionen verglichen werden. Somit lassen sich insbesondere regionale Versorgungsschwerpunkte, wie bspw. Rückenleiden, Diabetes oder Gefäßerkrankungen, ableiten und dadurch eine passgenaue bzw. bedarfsorientierte Versorgung qualitativ sicherstellen.

Die KVWL begrüßt ausdrücklich die Verbesserung der medizinischen Versorgung. Das Ärztenetzwerk MuM ist als Treiber regionaler Versorgung weit über die Grenzen Ostwestfalens hinweg bekannt und gilt als Motor innovativer Versorgungsprojekte, sagt KVWL-Geschäftsführer Thomas Müller. Die KVWL berücksichtigt die regional gemachten Erfahrungen bei der Gestaltung und Weiterentwicklung des Kollektivvertrages zum Wohle aller Patienten in Westfalen-Lippe.